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Vom Alter und Älterwerden

Noch nie in der Menschheitsgeschichte haben so viele Menschen ein so hohes Alter erreicht. In den Medien werden ganz unterschiedliche Szenarien entwickelt, wie eine Gesellschaft mit der großen Anzahl von alten Menschen aussehen wird. Doch letztlich kann niemand darüber eine genaue Aussage treffen. Jeder ist jedoch für sich aufgerufen, seinen Lebensabschnitt Alter rechtzeitig zu planen. Das Alter ist auf natürliche Weise das Ergebnis unseres bisherigen Lebens, mit all den Stärken und Schwächen, persönlichen Veranlagungen und charakterlichen Eigenschaften.

All diejenigen, die 1950 eine Prognose über die demographische Zusammensetzung unserer heutigen Gesellschaft abgegeben haben, hatten sicherlich weder den Pillenknick, die Einwanderung oder gar den Mauerfall mit im Kalkül. Einen der größten prognostischen Irrtümer unternahm der geniale Bill Gates, der Anfang der 80-iger voraussagte, dass  512 Kilobyte Speicher für jeden Computer wohl genug sein werden. Prognosen sind Hochrechnungen mit vielen Unbekannten. Ob unsere Gesellschaft in 30 bis 40 Jahren letztendlich von alten Menschen geprägt sein wird, wie es manche Autoren behaupten, ist sicherlich mit einigen Fragezeichen behaftet.

Menschheitstraum langes Leben
Ein in diesen Tagen geborener Junge hat die mittlere Lebenserwartung von 75,9 Jahren, eine Mädchen von 81,5. Mit 84 leben immerhin noch 50 Prozent der Frauen eines weiblichen Jahrgangs. Zum Vergleich er-reichte ein Mann um 1900 im Schnitt 44,8 Jahre und zu Rulaman’s Zeiten wurden die Menschen gerade mal dreißig Jahre alt. Mit unserer höheren Lebenserwartung haben sich alle Lebensabschnitte verlängert. Die Jugend dauert länger. Das mittlere Altere geht bis in die Sechziger. Vor dem  Achtzigsten Geburtstag gilt man noch als älter, das Adjektiv alt wird erst für die 80- und 90-jährigen verwendet. Heute werden die Generationen alt, die keinen Krieg oder Vertreibung kannten, die im Wohlstand aufgewachsen sind und immer eine gute und ausreichende Ernährung hatten. Aus diesem Grund haben sie die Chance, das Alter in einem guten Gesundheitszustand zu erreichen. 

Das Altwerden vordenken
Bleibe ich gesund, und bleibe ich geistig fit?  Das sind sicherlich die großen Fragen, die uns bewegen, wenn wir an unser Alter denken. Dabei beginnt das Alter nicht erst kalendarisch mit einem hohen Geburtstag. Unser Alter wird durch unsere Lebensweise mitbestimmt, welche Interessen wir haben, welchen Hobbys wir nachgehen, mit  welchen Gesundheitsschäden wir uns ins hohe Alter begeben. Oder ob wir 40 Jahre geraucht, oder uns bewegt haben. Ob wir Freunde haben und Freundschaften über Jahre gepflegt haben, oder ob wir uns überwiegend der Arbeit gewidmet haben. All dies beeinflusst unser Leben im Alter.

Der verletzlichste Lebensabschnitt eines Menschen ist der Übergang von der Erwerbsarbeit zur Berentung. In einem Zeitraum von zwei Jahren nach der Pensionierung treten gehäuft  Gesundheitsprobleme auf, wie zum Beispiel Gefäßerkrankungen. Wer dies weiß, wird diesem Lebensabschnitt besondere Aufmerksamkeit schenken.

Lesen Sie den ganzen Beitrag zum Thema Alter im Patientenbrief Nr. 8

 

Wichtige Informationen:

Patientenverfügung
Mit einer Patientenverfügung wird festgelegt, wie man in einer bestimmten Krankheitssituation behandelt werden möchte. Die in gesunden Tagen angelegte Willenserklärung, kann Ärzten und Angehörigen helfen, im Falle einer Minderung des Bewusstseinszustandes den mutmaßlichen Willen des Patienten zu ermitteln. Die Verfügung muss schriftlich niedergelegt (am Besten mit Zeugen) und regelmäßig erneuert werden. Vorlagen sind in unserer Praxis erhältlich.

Vorsorgevollmacht
Für den Fall einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls wird festgelegt, wel-che Person des absoluten Vertrauens bei Verlust der eigenen Urteilsfähigkeit, Ent-scheidungen fällen darf. Die Vollmacht bezieht sich unter anderem auf finanzielle Angelegenheiten, Fragen zur Gesundheit und Wohnsituation. Man kann sie bei einem Notar hinterlegen, oder handschriftlich gemeinsam mit der Vertrauensperson zu Hause aufsetzen.


Betreuungsverfügung
Die Verfügung regelt, wer vom Vormundschaftsgericht als Betreuer eingesetzt oder ausgeschlossen werden soll. Betreuer werden immer dann vom Vormundschaftsgericht berufen, wenn jemand seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann.

Beratungsstelle für Ältere
Kirchgasse 1, Tübingen       
Telefon:  22498

Informationsstelle für Ältere (IAV)
Mössingen    07473/4141
Rottenburg    07472/989922
Tübingen      23378

Begegnungsstätte Hirsch     Telefon:  22688

Altenhilfe Tübingen               Telefon:  56514-0

Praxis
Dr. med. Wolfgang Raiser
Aixer Straße 7
72072 Tübingen
Tel: 07071 - 53 81 55